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EB14: Mit Sprache was erreichen...


Ein Tag im Leben eines Schülers - mit Sprache erfolgreich sein


Unsere These: Auch Sprache macht erfolgreich

Es gibt viele Faktoren, die im Leben zum Erfolg führen können. Drei sind aber besonders wichtig – und sie haben alle etwas mit Sprache im weitesten Sinne zu tun. Wir werden noch sehen, dass dazu auch die sogenannte Körpersprache gehört.

Nun also unsere drei besonderen „Erfolgshelfer“:
Da ist zum einen eine gute Argumentation. Allerdings reicht es in vielen Fällen nicht, wenn man nur gute Argumente vorbringt. Man sollte es auch in der richtigen Situation machen und mit dem richtigen Einfühlungsvermögen. Damit sind wir schon beim zweiten Bereich, nämlich dem der Kommunikation. Wenn es dann auch noch gelingt, sprachliche bzw. rhetorische Mittel so geschickt einzusetzen, dass die Argumente in  der richtigen Stimmungslage schön präsentiert werden, hat man so ziemlich alles zusammen, was zum Erfolg gehört.

Eine kleine Vorbemerkung zu unseren Zeichnungen:
Wir steigen gleich mal direkt ein – und zwar mit einer Entschuldigung. Wir haben so oft in der Schule Sachverhalte mit spontanen Tafelzeichnungen erklärt, dass wir gerne auch in die-sem Buch dabei bleiben würden. Was an künstlerischer Qualität fehlt, wird hoffentlich ausge-glichen durch Spontaneität und Anschaulichkeit.



Ein ganz normaler Tag – allerdings mit sprachlichen Highlights

Wir zeigen das im Folgenden mal am Beispiel eines Tagesablaufs, wie ihn ein Schüler oder eine Schü-lerin erleben kann. Wir wählen hier einfach mal einen Marco, genauso hätte man aber auch eine Nina nehmen können. Die hat dafür im zweiten Teil eine besonders wichtige Rolle. Wichtig ist uns dabei, dass wir sowohl in die private wie auch in die schulische Situation hineinblicken.

Ein kleiner Blick in die Werkzeugkiste des Erfolgs mit Sprache


Was Schüler so im Laufe eines Vormittags erreichen können ...

Kommen wir also nun zur Praxis und zeigen einfach, wie die „Beherrschung“ der Möglichkei-ten der Sprache einem im Alltag helfen kann.

Marco am Frühstückstisch:
„Du Papa, hast du schon gesehen, wie das draußen regnet?!“
„Ja, warum?“
„Du weißt doch, ich bin schon erkältet und ich muss unbedingt übermorgen in der Schule fit sein. Wir schreiben da doch die Deutscharbeit. Könntest du mich nicht auf dem Weg zur Arbeit eben an der Schule vorbeibringen?“

Der Vater:
„Du bist vielleicht gut. Du weißt genau, dass ich heute erst um neun im Büro sein muss. Und jetzt ist es kurz nach sieben.
Marco: „O, das kann ich verstehen, aber hattest du nicht gestern gesagt, dass Opa unbedingt den Hochdruckreiniger zurückhaben will. Wie wäre es denn, wenn du mich eben kurz an der Schule vor-beibringst und auf dem Weg ins Büro dann noch diese Sache erledigst?!

Dagegen lässt sich kaum etwas einwenden – und so hat Marco an diesem Tag schon mal etwas Wich-tiges erreicht. Allerdings hat er jetzt am Frühstückstisch auch noch eine Gefahr abzuwenden. Der Vater ist jetzt sowieso auf Kommunikation mit dem Sohn eingestellt, da liegt auch schnell die folgende Frage seinerseits an:
„Wie sieht das eigentlich bei dir in Mathe aus? Die letzte Arbeit war wohl ziemlich daneben und du wolltest noch ganz viel tun.

Marco: „O, gut, dass du mich erinnerst. Ich wollte heute sowieso mit dem Lehrer sprechen und ihn fra-gen, was ich noch unbedingt üben sollte. Ich hatte ihm einige Hausaufgaben mitgegeben. Also mach dir keine Sorgen. Übrigens: Auch Albert Einstein stand in Mathe mangelhaft und du weißt ja, was aus dem geworden ist.“

Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass man jetzt los muss – also wird das heikle Problem nicht wei-ter vertieft.

Marco sitzt also trocken im Auto und nutzt die Zeit schon mal, um tüchtig auf seinem Handy rumzutip-pen. Schon hat der Vater Grund zur Klage:
„Sag mal, das finde ich jetzt ja gar nicht gut. Da nehme ich dich hier im Auto mit und will mich mal mit dir unterhalten und du bist nur mit deinem Handy beschäftigt.

Marco: „O, das wusste ich nicht, ich dachte, du wolltest deine Ruhe haben, da wollte ich dich nicht stö-ren.“
So viel Einfühlungsvermögen macht natürlich jeden Vater glücklich, außerdem ist man jetzt an der Schule angelangt.

Natürlich sehen seine Mitschüler, wie Marco hier komfortabel zur Schule gebracht worden ist, während sie selbst überlegen, wo sie ihre Sachen trocknen können. Schon gibt es die erste bissige Bemerkung:
Nico: „Na, da hat aber wieder einer seine ganze Familie unter Kontrolle.“
Marco: „Ja, gekonnt ist gekonnt.“ Mit so einem sprachlichen Abräumer hat man gleich wieder seine Ruhe.

Die ist dann allerdings gleich in der ersten Stunde sehr gefährdet: Der Lehrer zu Marco: „Ja, ich glaube, du bist heute mit dem Protokoll dran. Die passende Antwort: „Grundsätzlich kein Problem, aber ich habe zur Zeit eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Arm. Sobald die weg ist, bin ich wieder voll dabei.“

Kurz darauf hat Marco Gelegenheit zu sehen, wie geschickt seine Mitschülerin Nina mit einem anderen Auftrag des Lehrers umgeht: „Nina, könntest du nicht eben Kreide holen?“ Deren überra-schende Antwort: „Ja, für Sie doch immer!“
Damit hat sie gleich mehrere Dinge erreicht. Der Lehrer ist mit ihr zufrieden, sie hat ein bisschen Aus-lauf aus dem Unterricht und ihre leicht ironisch übertriebene Antwort macht in der Klasse Eindruck.

Geschickt wie sie ist, setzt sie noch einen drauf: „Kann nicht Mara mitkommen, damit mir nichts unterwegs passiert?!“ Der Lehrer denkt an seine Aufsichtspflicht und ist gleich einverstanden.

Auf dem Flur geht es dann gleich geschickt weiter. Sie treffen ihren ehemaligen Geschichtslehrer, der anscheinend eine Freistunde hat. „Ach, Herr Norberg, schön, Sie zu sehen. Sie haben doch so un-heimlich Ahnung in Geschichte. Können Sie uns  nicht kurz sagen, inwieweit Napoleon der Abschluss der Französischen Revolution war? Da gab es letzte Stunde eine Diskussion zu.“ Was sie nicht sagen, dass es die Hausaufgabe war, die man eine Stunde später vortragen soll. Aber der Lehrer fühlt sich geschmeichelt – und auch diese Sache ist im Kasten. Sie müssen sich jetzt nur noch überlegen, wie sie später begründen, dass sie für das Holen von Kreide eine Viertelstunde gebraucht haben.

Aufgaben:

1. Was ist geschickt an der Art und Weise, wie Marco seinen Vater dazu bringt, ihn mit dem Auto zur Schule zu bringen?

2. Wie geht Marco mit der unangenehmen Frage nach seinem Stand in Mathe um? Wieso ist der Hin-weis auf Einstein nicht ungefährlich?

3. Was ist mit „Abräumer“ gemeint? Welche anderen Floskeln fallen dir ein, die nicht viel aussagen, aber viel bewirken? Veranschauliche deine Einfälle möglichst an Beispielen.

4. Beschreibe, worin die besondere Geschicklichkeit im Umgang mit Lehrern bei Nina besteht.

5. Überlege dir, wie Nina antworten könnte, wenn ihr Lehrer sie fragt, warum das Kreideholen so lange gedauert hat?



Jetzt noch ein bisschen selbst nachdenken - dazu empfehlen wir die folgenden Aufgaben


1. Was ist geschickt an der Art und Weise, wie Marco seinen Vater dazu bringt, ihn mit dem Auto zur Schule zu bringen?

2. Wie geht Marco mit der unangenehmen Frage nach seinem Stand in Mathe um? Wieso ist der Hin-weis auf Einstein nicht ungefährlich?

3. Was ist mit „Abräumer“ gemeint? Welche anderen Floskeln fallen dir ein, die nicht viel aussagen, aber viel bewirken? Veranschauliche deine Einfälle möglichst an Beispielen.

4. Beschreibe, worin die besondere Geschicklichkeit im Umgang mit Lehrern bei Nina besteht.

5. Überlege dir, wie Nina antworten könnte, wenn ihr Lehrer sie fragt, warum das Kreideholen so lange gedauert hat?

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