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Lernvideo: Wie erkennt man Thema und Aussage einer Kurzgeschichte?


Lernvideo: "Wie findet man das Thema einer Kurzgeschichte und ermittelt die Aussagen"?

Die Kurzgeschichte, von der wir ausgehen

In diesem Video zeigen wir an einer konkreten Kurzgeschichte, wie man das Thema sicher erkennen und präzise formulieren kann.
Zu finden ist es auf Youtube:
https://youtu.be/ivN2XuMYLLs

Die komplette Geschichte findet sich hier:
 Die Kurzgeschichte, von der wir ausgehen, findet sich auf der Seite:

Wir gehen im Video von einer Kurzfassung aus, die wie folgt aussieht:
Hajo Frerich, “Wenn Schule ‘Schule macht’

  1. In der Geschichte geht es um Nina, eine Schülerin, die die Abmachung mit ihrem Vater getroffen hat, dass sie schnell aufsteht, wenn er sie dafür relativ spät weckt.
  2. An diesem Morgen nun weigert sie sich zunächst mit dem Hinweis, sie habe in der Schule gelernt, dass Abmachungen nur ein Mittel der Mächtigen seien und deshalb auch immer wieder neu verhandelt werden müssten.
  3. Der Vater erklärt sich grundsätzlich zu einem Gespräch darüber bereit, daraus wird aber beim Frühstück aus Zeitgründen nichts mehr, weil Nina nur noch mal ihre Position genauer ausführt.
  4. Beim Rausgehen  bittet sie dann ihren Vater um einen Vorschuss auf ihr Taschengeld, weil sie einer Mitschülern noch Geld schuldet.
  5. Der Vater kontert nun, dass auch über das Taschengeld erst mal neu verhandelt werden müsse, das sei ja schließlich ihr Wunsch.
  6. Die Tochter verlässt am Ende wütend das Haus.

Zur leichteren Übersicht haben wir diesen Ablauf auch noch in ein Schaubild gefasst.

Der Verlauf der Kurzgeschichte im Schaubild

Schaubild: Was man sich merken könnte

Das Folgende ist ein Schaubild dessen, was man sich merken könnte.
Weiter unten wird das ausführlich beschrieben.

Was man sich zum Thema "Thema" und "Aussage" von Kurzgeschichten merken könnte

Was man sich merken könnte:

1.Ein Thema sollte möglichst als Frage oder als Problemstellung formuliert werden:Also nicht: “Das Thema heute ist die nächste Klassenfahrt!”Sondern: “Das Thema heute ist, wohin die nächste Klassenfahrt gehen soll.”Daran hängen dann schnell Unterthemen wie Kosten, Programm, Zeitpunkt usw.

2.Bei einer Kurzgeschichte liest man sich zunächst den Text durch und überlegt dann, um welche “Sache” es geht. Mit “Sache” ist immer gemeint: Das, worum es geht. Deshalb sagt man zum Beispiel auch:“Komm zur Sache!” Man spricht auch von “Streitsache” oder “Sachverständiger”. Der kennt sich in solchen “Sachen” aus wie zum Beispiel Beschädigungen an Autos oder Häusern.

3.Die “Sache”, um die es geht, ist zugleich das “Thema”:
1.Die “Sache” in dieser Kurzgeschichte ist ein Konflikt zwischen Vater und Tocher (Level 1)
2.der Streit um Abmachungen innerhalb der Familie und auch ganz allgemein.” (Level 2)
3.die Frage, ob Abmachungen in der Familie oder auch ganz allgemein immer einzuhalten sind oder immer wieder neu verhandelt werden können bzw.  dürfen. (Level 3)
4.Man kann es auch ohne Frageform formulieren, die steckt dann aber “implizit” drin:“Das Thema des Textes ist die Gültigkeit von Abmachungen innerhalb der Familie und auch ganz allgemein.” (Level 3i = implizit)

4.Die Frage des Themas wird dann im Rahmen der “Aussagen” des Textes bzw. der Intentionalität beantwortet:Am besten: (möglichst differenzierte) Fortsetzung des Satzanfangs: Die Geschichte zeigt:
1.dass Abmachungen die Funktion haben, dass man sich auf sie verlassen kann und nicht immer neu verhandelt werden müssen,
2.dass Abmachungen aber auch in Frage gestellt werden können, wenn neue Gesichtspunkte oder Probleme auftauchen.
3.dass man manchmal auch mit Maßnahmen mehr erreichen kann als nur mit Worten bzw. Argumenten.


Hier folgt die Dokumentation.
Video-Dokumentation herunterladen

Kurzgeschichte zum Üben: Lars Krüsand, "Untergrundarbeit"

Am besten liest man sich erst mal die Geschichte durch:
Die Geschichte ist zu finden auf der Seite:
https://www.schnell-durchblicken2.de/lv-kg-komm-untergrundarbeit

Kurzfassung der Geschichte:

Lars Krüsand,  Untergrundarbeit
  1.  Jan ist als Schüler neu in einer Klasse und wird in einer Stunde von einem Vertretungslehrer ziemlich grob angesprochen, weil er etwas mit seinem Handy gemacht hat.
  2. Er nennt dann erst mal seinen Namen, tut das aber mit dem Hinweis, er wolle damit dem Lehrer auf die Sprünge helfen, was dieser als dreist empfindet
  3. Im weiteren Verlauf hat der Lehrer den Eindruck, dass der Schüler ihn für dumm verkauft, was an einigen schrägen Formulierungen liegt.
  4. Schließlich kehrt der Lehrer zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung zurück und will wissen, was der Schüler mit dem Handy gemacht hat.
  5. Jan behauptet, er hätte etwas für den Unterricht recherchiert.
  6. Nach einigem Hin und Her liest er etwas zum Thema "Rhetorik" vor - und zwar geht es um langweiligen Unterricht.
  7. Der Lehrer nimmt das positiv auf und gibt dem Schüler Gelegenheit, sich den entsprechenden Artikel auf dem Flur durchzulesen, um ihn nachher den Mitschülern vorzustellen.
  8. Jan lässt sich den Artikel vom Handy aus vorlesen, während er sich einen Kaffee aus dem Automaten gönnt.

Thema der Geschichte:
  • Level 1 = sehr allgemein:
    In der Geschichte geht es um einen Konflikt zwischen einem Lehrer und einem Schüler.

  • Level 2 = schon konkreter
    In der Geschichte geht es um einen Lehrer, der zu spät merkt, dass ein Schüler, den er wegen Handy-Nutzung im Unterricht anmacht, etwas dafür recherchiert hat.

  • Level 3 = in Frageform
    Die Kurzgeschichte behandelt die Frage, was passiert, wenn ein Lehrer gegenüber einem Schüler mit einem Vorurteil auftritt und dieser sich einen Spaß mit dem Lehrer erlaubt, bevor sich alles positiv aufklärt.

  • Kurz-Variante, die den entscheidenden Punkt enthält:
    Die Kurzgeschichte behandelt an einem Beispiel das Problem unnötiger Konflikte zwischen Lehrern und Schülern.

Deutungshypothese:
Die Geschichte soll zeigen, wie auch Schüler einem Lehrer gegenüber im Gespräch überlegen auftreten können.

Aussagen der Geschichte (Intentionalität)
  1. Die Geschichte zeigt, dass ein Lehrer, der sich gegenüber einem Schüler und einer Problemsituation ungünstig verhält, mit den Folgen leben muss, wenn er auf einen besonders intelligenten und selbstbewussten Schüler trifft.
  2. Die Geschichte zeigt aber auch, dass es am Ende gut ausgehen kann, wenn vor allem die stärkere Seite, in diesem Falle also der Lehrer, letztlich einlenkt und damit seinen Anfangsfehler wiedergutmacht.


Wer noch mehr möchte




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